DER OSTTEIL DES PARISER RAUMS ZUR ZEIT VON EMILIE DU CHATELET


Créteil zur Zeit der Familie Breteuil

Parzellenatlas des Erzbistums von Paris. Grundherrschaftsgebiet von
Nationalarchiv (N4 Seine 6), fotografische Reproduktion in den Archiven des Departements Val-de-Marne

Diese Dokumente vom Ende des Ancien Regimes beschreiben die Ländereien und die pachtzinspflichtigen Gebiete, die einem Grundherrn gehören, in diesem Fall dem Erzbischof von Paris

vignette17 vignette18` vignette19
Generalkarte

Die Generalkarte stellt das Grundherrschatsgebiet von Creteil dar. Der Norden liegt unten, wie die oben links abgebieldete Windrose es zeigt. Zwischen den Flüssen Seine und Marne erstreckt sich eine Agrarlandschaft, die einige Kilometer von Paris entfernt ist, wo man nur einige Dörfer findet: Maisons, Alfort, Creteil oder Mesly. Zwei große königliche Straßen durchqueren sie in Richtung der Region Brie und dem Wald von Senart. Unsere Universität befindet sich in der Gegend, welche die Nummer 16 trägt.

Karte Nr. 19

Das Schloss von Buisson liegt gegenüber von Saint Maur, in der Nähe der sumpfigen Inseln von Brise-Pain und Sainte-Catherine. Die Karte Nr. 19 gibt die genaue Beschreibung der Ländereien, die von den abgabenpflichtigen Bauern und Vasallen des Erzbischofs von Paris bewirtschaftet werden. Die Karte zeigt ebenfalls anhand einer Farbpalette die Flächennutzung an: Gebäude, Wälder, Wiesen und Äcker. In der Nähe des Bauernhofes von Buisson erkennt man einen französischen Garten, ein Pflanzenlabyrinth in der Mitte eines Waldes, das durch eine Schnecke dargestellt ist, einen Obst- und Gemüsegarten, der in kleine rechteckige Blöcke aufgeteilt ist, und schließlich eine angrenzende Weinbergparzelle. In der Nähe der Marne lässt der „chemin des batteaux“ (Bootsweg) die Schleppaktivität entlang des Flusses erkennen.

Verzeichnis der Lehnsgüter

Dieses Verzeichnis ist zunächst eine schriftliche Beschreibung der Ländereien (sein französischer Name ist auf das Wort Erde zurückzuführen), auch wenn es seit dem Ende des 17. Jahrhunderts meist auch Karten enthält. Das hier abgebildete Verzeichnis verweist durch einen Nummernschlüssel auf die Karte Nr. 19. Es gibt genaue Auskunft über den Namen der Eigentümer sowie über die Größe ihres Gutes in Ruten. Eine Rute (frz. perche bzw. perche carré) misst ungefähr 51 Quadratmeter, 100 Landruten ergeben einen Morgen (hier der Pariser Morgen, d.h. 34,19 Ar).

Unter den Vasallen und Lehnsmänner, die verzeichnet sind, befinden sich zahlreiche religiöse Einrichtungen (das Hôtel-Dieu aus Paris, die Kirche der Gemeinde Maisons), Privatpersonen, von denen einige eine Spur in den Ortsnamen des Val-de-Marne hinerlassen werden, z.B. Monsieur de Charentonneau, sowie die Veterinärsschule, die 1765 in der Nähe des Schlosses von Alfort gegründet wurde. Die letzten beiden Zeilen 54 und 54b der Tabelle entsprechen dem Schloss von Buisson, das damals Paul-Antoine Clouet gehörte und eine Größe von 2100 Ruten, d.h. von etwas mehr als 8 Hektar, besaß.