DER OSTTEIL DES PARISER RAUMS ZUR ZEIT VON EMILIE DU CHATELET

Créteil nach der Familie Breteuil

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F. Duvillers, Gesamtplan des Landschaftsgartens, der Gewässer und dazugehörigen Ländereien des Landsguts von Mr. Place, gelegen am "chemin de halage" (Treiddelweg) und am "chemin Vert" in Créteil, 1:2500. 1856
Archive des Départementes du Val-de-Marne (6 Fi B Créteil 5)

Wenn das Zweite Kaiserreich die großen Pariser Verkehrsadern anlegt, so wurde unter ihm ebenso die Entwicklung der privaten und öffentlichen Gärten und Parkanlagen vorangetrieben. Das Gut von Buisson, das in den Besitz von Monsieur Place übergegangen war, wurde im Jahre 1856 Gegenstand dieses Projektes unter der Führung des Gartenarchitekten Francois Duvillers (1801-1887). Duvillers behält einige vorhandene Elemente bei, unter anderem den Gemüsegarten oder die sonderbare spiralförmige Allee, die das Labyrinth bildet. Den Garten nach französischer Art entfernt er und macht aus dem Gut ein Stück idealisierte Natur, durchzogen von kurvigen Alleen, die Parzellen in Form von Ellipsen oder Wassertropfen formten, bepflanzt mit exotischen Pflanzenarten und ausgestattet mit einem Bach und einem künstlichen See und zahlreichen anderen Elementen wie Brücken, Gartenpavillons, Bänken oder Körben. Die später veröffentlichten Pläne zeigen jedoch nicht die geringste Spur einer Verwirklichung dieses Projektes, obwohl der Plan als „bereit zur Ausführung “ bezeichnet wurde.

Gemeinde Créteil, 1:16000. Auszug aus dem Atlas der Gemeinden im Département de la Seine im Maßstab 1:5000, 1896-1900
Abgedruckt in: Créteil, Monographie de l’instituteur, 1990, Archive des Départementes Val-de-Marne

In einer durch die rasche Entwicklung des Verkehrsnetzes (Bau der Eisenbahnlinie Paris-Lyon-Mittelmeer und der Nationalstraße von Paris nach Genf) veränderten Vorstadtgegend, bleibt die Bevölkerungs- und Bebauungsdichte gegen 1900 schwach. Dieser Verwaltungsatlas zeigt uns die Entwicklung der Stadt Créteil, die sich entlang der Nationalstraße N1 (heute N19) von Paris nach Basel erstreckt. Zwischen dieser Straße und der Marne entsteht ein bürgerliches Viertel (Villa des Buttes, Villa des Buissons) oder auch Arbeitersiedlungen. Die Überreste des Schlosses von Buissons befinden sich am Kopf der Brücke von Créteil, in einer Landschaft, die sich nach und nach urbanisierte und in der das Straßennetz sich verdichtet. Die Universität Paris 12 liegt heute an dem so genannten “chemin des vaches“, dem “Kuhweg“.

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