KONZEPTION DER AUSSTELLUNG

Unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Simone Bonnafous, Rektorin der Universität

In der Bibliothek der Universität Paris-12 in Créteil war vom 18. Oktober bis zum 16. Dezember 2006 eine außerordentliche Ausstellung zu sehen, die von zwei Professorinnen und ihren Studenten konzipiert wurde. Dem Publikum wurde in diesem Jahr eine bedeutende Dame der französischen Wissenschaft und Geisteswelt vorgestellt: Emilie Du Châtelet (1706-1749), geborene von Breteuil. Anlässlich ihres 300. Geburtstags wurde ihr Andenken in ganz Frankreich geehrt, insbesondere in Form von Ausstellungen, z.B. in der französischen Nationalbibliothek, in ihrem Schloss von Cirey in der Champagne oder im Schloss von Breteuil (Departement Yvelines). Ihre erstaunliche Persönlichkeit und ihre herausragende Stellung in der Geschichte der Frauen wurden von Elisabeth Badinter, insbesondere in ihrem Werk Emilie, Weiblicher Lebensentwurf im 18. Jahrhundert (München, 1984) beleuchtet. Frau von Châtelet gehörte zu den ersten Frauen, die für sich einen Platz in der Welt der Wissenschaften sowie das Recht auf gesellschaftlichen Ehrgeiz beanspruchten. Sie war die erste große französische Physikerin und Mathematikerin sowie eine Philosophin der französischen Aufklärung, Verfasserin einer Rede vom Glück (Berlin 1999).

Frau von Châtelet unterhielt intensive Beziehungen zur Ortschaft Créteil: Ihre Familie besaß dort das heute zerstörte Schloss von Buisson, in dem sie viel Zeit verbrachte. Sie war eine glänzende Intellektuelle, die über alle neuen Entdeckungen auf dem Laufenden war, die erste und einzige Übersetzerin Newtons und selbst Verfasserin einer physikalischen Abhandlung, die sofort in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Sie wurde zu Lebzeiten als einer der berühmtesten Gelehrten Europas betrachtet und war die erste Frau, deren Werke von der Académie des Sciences gedruckt wurden. Zugleich war sie durch ihre Geburt und Heirat eine Aristokratin, die das Leben der Adelsfamilien ihrer Zeit führte. Das Archiv des Departement Val-de-Marne hat eine große Anzahl von Dokumenten für die Ausstellung und die wissenschaftlichen Recherchen bereitgestellt, die es ermöglichen, die konkrete Lebenswelt der Marquise von Châtelet nachzubilden: von der Hutmacherrechnung bis zur Speisenfolge bei den Mahlzeiten, vom Stammbaum bis zum Kartenspiel. Zahlreiche Gegenstände, Karten, Pläne, Porträts, Manuskripte und Bücher wurden als Leihgaben von der französischen Nationalbibliothek, dem französischen Nationalarchiv, der Académie Française, den Gemeindeverwaltungen aus dem Ostteil der Pariser Region, vielen Museen aus ganz Frankreich, den aktuellen Nachfahren der Familie du Châtelet und anderen Privatpersonen zur Verfügung gestellt.

Diese Zeugnisse stellen die Schlösser von Créteil und Umgebung im 18. Jahrhundert dar und lassen ihre Bewohner, sowohl die Adeligen als auch die Dienerschaft, wieder lebendig werden. Sie veranschaulichen mit großer Genauigkeit, welchen Beschäftigungen sie nachgingen, wie ihre Tage abliefen, welchen Vergnügen sie sich hingaben und welche Sorgen sie bedrückten. Zahlreiche Textbeispiele aus Briefen, Romanen und Komödien dieser Epoche, von Marivaux bis Diderot, begleiten und beleuchten Bilder und Dokumente. Sie zeigen, mit welchen Augen die Zeitgenossen von Madame du Châtelet ihre Welt sahen.

Die von der Universität von Créteil konzipierte und organisierte Ausstellung hat die Verwurzelung der Marquise von Châtelet in unserer Region unterstrichen. Dank ihr können wir nachvollziehen, wie der östliche Teil des Pariser Großraums vor seiner Urbanisierung aussah, und die Spuren des alten Créteil in der modernen Stadtlandschaft entdecken. Für die Studenten und ihre Professoren war die Ausstellung außerdem ein Ansporn dazu, auf höchstem Niveau in den verschiedensten Bereichen der Geistes- und Naturwissenschaften zu arbeiten, wie es Emilie du Châtelet in ihrer Zeit getan hatte, unter anderem in Créteil, wo sich heute eine große multidisziplinäre Universität befindet.

Kuratorium der Ausstellung
  • Prof. Dr. Mireille Touzery, Professorin für Neuere Geschichte
  • Prof. Dr. Geneviève Artigas-Menant, Professorin für französische Literatur des 18. Jahrhunderts
Wissenschaftliche Dokumentation
Studierende des MA-Studiengangs Geschichte:
  • Sabrina  Cauchy
  • Delphine Frottin
  • Élise Khamvongsa
  • Hafida Khélifa
  • Émilie Lefèvre
  • Fanny Leroy
  • Julie Papillon
  • Eric Thialon
Studierende des MA- und Promotionsstudiengangs Französische Literatur des 18. Jahrhunderts:  
  • Marie Burc
  • Joanna Cieslak
  • Bronislava Cohut
  • Samira Khelladi
  • Delphine Petit
 

Unter der Mitarbeit von
  • Anne-Caroline Beaugendre, Leiterin der Universitätsbibliothek
  • Gilles Palsky, Hochschuldozent für Geographie
  • Archiv des Departement Val-de-Marne
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Fotografisches Material

Bildstelle der Universität,
Lucile Mernier
und ihr Team

  • Françoise Class, Bildrechte
  • Loeila Zeddam

Plakat der Ausstellung

Christian Baillard, Grafiker in der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit

 

Montage der Ausstellung

Technischer Service der Universität,
Jean-Marc Nicaud
und sein Team:

  • Jean-Claude Bingler
  • Stéphane Breyne
  • Marc Di Landro
  • Dominique Lenoir
  • Roger Prunier
  • Lucien Régent
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Konzeption des Internet-Auftritts
  • Mireille Touzery, Professorin für Neuere Geschichte
  • Stéphane Desruelles, Mitarbeiter des Forschungsbereichs Geographie und Kartenzeichner der Universität
  • François Bétard, Mitarbeiter des Forschungsbereichs Geographie und Kartenzeichner der Universität

Unter der Mitarbeit von

  • Carole Choquet-Faure, Webmaster der Universitätsbibliothek
  • Constantin Gkountis, Mitarbeiter des Forschungsbereichs Französische Literatur, Webmaster des Graduiertenkollegs LSHSS
  • Sandra Impériale, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, Fachbereich Philologie und Geisteswissenschaften

Deutsche Teilübersetzung des Internet-Auftritts

  • Dr. Dirk Weissmann, Hochschuldozent für deutsche Sprache und Literatur in Zusammenarbeit mit BA- und MA-Studenten des Fachs Germanistik/DaF des Studienjahrs 2007-2008:
  • Koffi Apetse
  • Dorsaf Ben Aissaf
  • Fatoumata Cissé
  • Roland Kiffer
  • Fanny Leck
  • Clara Lepers
  • Asna Leshaf
  • Salim Lounnas
  • Caroline Savajol
  • Marie-Louise Ubessen
  • Franck Valérie
  • Maryam Venin
  • Gaëlle Vialle